Siebdruck Rakel

Siebdruck: Mit einem Rakel wird die Druckfarbe auf das darunter liegende Material gedruckt

einfarbiger Siebdruck auf Holz

einfarbiger Siebdruck auf Malplatte

Digitaldruck auf Alu

Vom Kunstdruck und der Kunst zu drucken

Wer beim Thema Drucken nur an den heimischen Bürodrucker denkt, der die nächste Rechnung ausspuckt, hat weit gefehlt. Die Welt des Prints bietet unendlich viele Möglichkeiten und kann sogar zur Kunst werden. Bereits im Kindesalter beschäftigen wir uns mit dem beliebten Kartoffeldruck und präsentieren unsere Kunstwerke unseren Freunden und Familie. Auch Fotografien werden immer häufiger auf haptischen Materialien verewigt. So landen zum Beispiel die liebsten Bilder vom letzten Urlaub an der heimischen Wohnzimmerwand. Diese Lieblingsstücke werden häufig nicht mehr nur auf normales Standardpapier gedruckt, sondern auch ungewöhnliche Materialien wie Aluminium oder Hartschaum bieten eine Fläche für Bilder. Bei der Auswahl von Materialien sind beinahe keine Grenzen gesetzt.

Früher wurden Leinwände klassisch bemalt, zum Beispiel mit Acryl oder Ölfarben. Heute werden diese auch bedruckt, sei es das Lieblingsfoto, eine Werbeanzeige oder eine digitale Grafik.

Um digitale Werke auf Papier oder auch auf anderen Materialien griffig machen zu können, gibt es unterschiedliche Verfahren. Der Vorteil eines Drucks ist, dass dadurch eine höhere Auflage an Kunstwerken erzeugt werden kann, ohne dafür einen tatsächlich höheren Arbeitsaufwand zu haben, als dies bei einer händischen Erstellung der Fall ist.

Der Siebdruck

Eine Möglichkeit mit der das Drucken selbst zu einer Art Kunstform wird, ist der Siebdruck. Dieser eignet sich für das Bedrucken von Stoff, Metall, natürlichen Materialien, Holz und natürlich auch von Papier. Für diesen Print wird ein feinmaschiges Gewebe benötigt, das auf einen Holzrahmen gespannt wird. Mittels UV-Strahlung wird das Gewebe (Sieb) mit dem gewünschten Motiv belichtet.
Das Sieb wird dann an den gewünschten Stellen farbdurchlässig. Mit einem Rakel wird die Druckfarbe auf das darunter liegende Material gedruckt. An den Stellen, an denen die Farbe das Gewebe durchdringen konnte, entsteht auf dem Untergrund das Motiv. Die benötigten Farben werden hintereinander und separat aufgetragen. Wobei das Sieb zwischen den einzelnen Schritten immer wieder gereinigt werden muss. Bei mehrfarbigen Druckvorgängen ist der Prozess aufwendiger und bedarf einer großen Genauigkeit, damit die Ebenen passgenau übereinander liegen. Bei einfarbigen Drucken ist das Verfahren aber sehr einfach und schnell. Der große Vorteil beim Siebdruck ist also, dass man schnell, günstig und in großer Auflage eine verhältnismäßig gute Qualität produzieren kann. Siebdruck eignet sich sehr gut für Kunstdrucke, sie sind besonders beliebt und durch ihre händische Herstellung ist jeder Druck ein Unikat.

Der UV-Plattendirektdruck

Eine weniger aufwendige Methode ist der UV-Plattendirektdruck. Dieses Verfahren bietet sich an, wenn Hartmaterialien in einer höheren Auflage bedruckt werden sollen. Bei dieser Technik können Materialien von einer Größe von bis zu 305*250cm bedruckt werden. Da hierbei die Tinte nicht vollständig in das Material eindringt, sondern auf der Oberfläche liegt, können Materialien, ob starr oder flexibel, bedruckt werden. Dieses Verfahren ermöglicht es, Texte bis zu einer Punktgröße von zwei Punkt gestochen scharf zu drucken. Diese Methode hat auch den Vorteil, dass kritische Farbtöne weniger Abstufungen aufweisen.

Die Welt des Prints bietet deutlich mehr Möglichkeiten, als es der heimische Drucker auf den ersten Blick vermuten lässt.

Text: Cornelia Hell | www.printcarrier.com